Max Prosa – Flügel
Er sagte
“schreib nicht so viel”
und setzte sich zu mir.
Seine Augen unterlaufen,
sein langes graues Haar von einer Baskenmütze verdeckt.
Wir tranken Bier, Wein uns Whiskey
und wir sahen uns um
In dieser verrauchten Kneipe
fast morgens
Die Stammmenschen, die immer wieder kamen
er kannte sie gut
wir sprachen über Vietnam
und über Dylan
Stundenlang
Es waren Zeichen aus einer fernen Welt,
die zu mir kamen, durch den Rauch seiner Zigaretten
Verlier dich selbst.
In all deinem Sein
in all deinem Streben
verwerfe deine Träume
um sie neu zu leben.
Bitte
glaube nicht zweifellos
verliere dich
lebe nicht übergroß.
Sei doch bitte
dieses kleine Konzentrat
das mich in meinem Leben
so tapfer begleitet hat.
“You´re a cow…”
diese Ansprüche
an denen die Welt gemessen wird.
sie sagen nichts
sie fragen nichts
nur klagen
können sie.
sie stammen aus unserer eigenen Hilflosigkeit
unserer Feigheit
endlich aufzubrechen
uns zu lösen.
was sind schon Konventionen
wenn nicht vom Mythos gemacht.
und wir
wir rennen nur noch
weiter
in ihre Zwänge.
voll von vermeintlicher Euphorie
oder Lüge.
wo ist nun die Freiheit,
die man uns versprach?
Neues
einsam unter Menschen sein
die nur in den Himmel blicken
trotzdem einmal glücklich scheinen
wenn sich Arme um dich schließen
wir stehen auf Wiesen
in Träumen
und Lichtgewittern
Euphorie umgibt den Rauch
und uns umgeben geheuchelte Gesprächsfetzen
Trunkenheit, Lüge
Ehrlichkeit in falschen, viel zu alten Worten
und
Nähe
manchmal auch nur in Gedanken
diese absurde, fremde Nacht.
In Eiswüsten
Schweigend wandeln wir durch sternenklare Nächte und unsere Gedanken fliegen den Bergen entgegen. Aus der Ferne klingen die letzten Kirchenglocken, sie durchschneiden die Luft wie fliegende Boten mit Nachrichten der Hoffnung. Die Kälte lässt unsere Schritte hallen, in die Weite, bis sie verloren sind und keiner mehr lauscht.
Zwischen die Dunkelheit gehen wir als zwei stumme Lichter. Über uns all die fliegenden Gedanken der Menschen, unter uns schmutzige Pfützen, zugefroren wie kleine Oasen, von der Erde festgehalten und versiegelt.
Wir gehen durch die Stille und horchen ihr, während wir auf die Sonne warten.
In Seenot
Du träumst.
In unserer Dämmerung voranschreiten
unter Sternschnuppen dem Morgen entgegen
wankend
füllen wir unsere Seiten
Ich verleugne.
Längst verloren ist Raum und Zeit
keine Zukunft der Schönen
keine Gegenwart
nur Vergangenheit, die schreit
Wir glauben.
An unvorhergesehene Wendungen
geblendet!
